Bürgermeister Hattingen: CDU und FDP setzen auf 30-Jährigen

Wer wird Hattingens neues Stadtoberhaupt? Im September 2025 wird gewählt, und diese Kommunalwahl verspricht, spannend zu werden. CDU und FDP haben jetzt einen Kandidaten präsentiert, den wohl niemand auf dem Schirm hatte.

Amtsinhaber Dirk Glaser möchte nicht für eine weitere Amtsperiode antreten. Die SPD hatten im November mit Melanie Witte-Lonsing ihre Frau fürs Rathaus präsentiert. Die Grünen verhalten sich noch ruhig. CDU und FDP stellten nun in einer Pressekonferenz Nils Brüggemann vor. Ein parteiloser 30-Jähriger aus der bürgerlichen Mitte, der viel frischen Wind verspricht.

Zehnjährige Erfahrung in der Hattinger Stadtverwaltung 

Als „bürgernah, verwaltungserfahren und pragmatisch“ lobt Joshua Hörstermann, Vorsitzender der CDU Hattingen, seinen einstigen Grundschulfreund. Auch FDP-Chefin Anna Neumann kennt „den Nils“ schon seit Langem. Die jungen Ortsvorsitzenden betonen: „Wir haben die beste Person für das Amt und nicht die mit der längsten Zeit innerhalb einer Partei gesucht.“ Nils Brüggemann passe genau in ihr „Kompetenzprofil“.

Sein Pfund dabei ist eine zehnjährige Erfahrung in der Hattinger Stadtverwaltung. Führungserfahrung sammelte er als kommissarischer stellvertretender Leiter der Schul- und Sportverwaltung. 2022 aber verließ er das Rathaus und arbeitet inzwischen in Düsseldorf als Lehrbeauftragter an Hochschulen - unter anderem bildet er Führungskräfte in der kommunalen Verwaltung aus.

Junge Leute verlassen Hattinger Stadtverwaltung

Aus eigener Erfahrung weiß er, wie es mit dem Nachwuchs bei Hattingens größtem Arbeitgeber - der Stadtverwaltung - bestellt ist. Bei der Verwaltung gebe es ein massives Generationenproblem: „Die jungen Leute lassen sich in Hattingen ausbilden und sind dann weg.“ Zum einen locken Nachbarstädte mit höherer Vergütung. Zum anderen könnte man am „Teamspirit“ arbeiten, „da ist viel Potenzial drin“. So müsste die Verwaltung zum Beispiel Jobs für Quereinsteiger anbieten und mit Fort- und Weiterbildungsangeboten junge Talente halten.

„Ich brenne dafür, unsere Stadt nach vorn zu bringen“, betont der junge Mann, der in Hattingen geboren wurde und bis heute hier lebt. Zentrale Punkte in seinem Programm hat man auch schon bei anderen Bewerbern gehört: Hattingen will er zum attraktiven Wirtschaftsstandort machen, mit „gepflegten öffentlichen Räumen und einem reichen kulturellen Angebot“ möchte er „Lebensqualität und berufliche Chancen verbinden“.

Ihm geht es um eine nachhaltige Finanzpolitik. „Ich trete als Parteiloser an, weil ich langfristig denke“, sagt er selbstbewusst. „Ich plane nicht für ein- oder zwei Wahlperioden, wir müssen uns strategisch besser aufstellen.“ Die Stadtverwaltung solle bürgernäher arbeiten, mit schnellen und transparenten Abläufe sowie dem Ausbau der Digitalisierung. Eine Herzensangelegenheit ist für Nils Brüggemann der Bereich Bildung.