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Klimaquartier Pottacker: Ist der geplante Wohnungsbau wirtschaftlich machbar?

Am Pottacker soll neuer Wohnraum entstehen. Doch ist das geplante Klimaquartier unter den vielen Vorgaben wirtschaftlich umsetzbar? Wir erklären, warum wir den Bebauungsplan in seiner jetzigen Form ablehnen und welche Fragen vor einer Entscheidung geklärt werden müssen.

Symbolbild, KI-generiert. Keine Darstellung des geplanten Klimaquartiers Pottacker.

 

Hattingen braucht neuen Wohnraum. Deshalb ist die Entwicklung der innerstädtischen Fläche am Pottacker grundsätzlich eine Chance. Den Bebauungsplan in seiner vorliegenden Entwurfsform lehnen wir als FDP-Stadtverband Hattingen dennoch ab. Unsere zentrale Frage ist: Kann unter den geplanten Vorgaben dort tatsächlich gebaut werden?

Der Entwurf verbindet zahlreiche Anforderungen: Geschosswohnungsbau, mindestens 30 Prozent öffentlich geförderte Bruttogeschossfläche, Mobilitätsstationen, Begrünung und den Ausgleich für wegfallenden Wald. Bei der Vermarktung der Grundstücke kann die Stadt weitere Vorgaben vereinbaren. Jedes dieser Ziele verdient eine sachliche Prüfung. Entscheidend ist aber, ob das Gesamtpaket unter heutigen Bau- und Finanzierungskosten für Investoren tragfähig ist. Ein Bebauungsplan schafft Baurecht. Wohnungen entstehen erst, wenn sich auch jemand findet, der sie baut.

Die Verwaltung geht weiterhin davon aus, dass die Fläche marktgängig ist. Das beantwortet aus unserer Sicht noch nicht, ob es für dieses konkrete Konzept belastbares Interesse potenzieller Investoren gibt. Wir wollen wissen, wie die Wirtschaftlichkeit des gesamten Anforderungspakets geprüft wurde. Die zentrale Lage allein garantiert keine Umsetzung.

Auch die vorgesehenen PKW-Stellplätze gehören zu dieser Prüfung. Für das Wohnen wird ein Abschlag von insgesamt 35 Prozent angesetzt. Nach der frühzeitigen Bürgerbeteiligung wurde die ursprünglich noch stärkere Reduzierung zwar korrigiert. Gleichzeitig bestätigt die Verwaltung bereits heute hohen Parkdruck im Umfeld. Es muss nachvollziehbar sein, warum die geplanten Plätze ausreichen sollen. Zusätzlicher Bedarf darf nicht einfach in die Nachbarstraßen wandern. Ein autoarmes Quartier lässt sich auch mit Tiefgaragenstellplätzen verbinden, wie das Vorhaben an der ehemaligen Feuerwache an der Friedrichstraße zeigt.

Ebenso wichtig ist ein Quartier, das im Alltag funktioniert. An den Wohngebäuden sind keine Flächen zum Be- und Entladen vorgesehen; geplant sind vier Haltezonen. Wie Pflegedienste, Handwerker, Lieferungen und Umzüge damit zurechtkommen sollen, ist für uns noch nicht überzeugend geklärt.

Schließlich braucht der Eingriff in den vorhandenen Wald Transparenz. Im Plangebiet befinden sich 11.615 Quadratmeter Gehölzflächen, die rechtlich als Wald gelten. Wir wollen wissen, wie viel davon erhalten bleibt, was wegfällt und wo Ersatz geschaffen wird. Ein Ausgleich anderswo ersetzt nicht ohne Weiteres die klimatische Wirkung vor Ort.

Wir wollen Wohnungen am Pottacker ermöglichen. Dafür braucht es einen Plan, der Klimaschutz und Alltagstauglichkeit mit wirtschaftlicher Umsetzbarkeit verbindet. In der jetzigen Form überzeugt uns der Entwurf nicht.